Geschichten über verrückte Wetten

Der Mann, der beim Blackjack die Casinos in Atlantic City fast ruiniert hat
Don Johnson

Don Johnson ist kein durchschnittlicher Blackjack-Spieler, sondern ein erfahrener Profi, der dadurch berühmt geworden ist, dass er fast sechs Millionen US-Dollar in einer einzigen Nacht beim Spielen in den Tropicana-Casinos gewonnen hat. Zuvor hatte er schon rund fünf Millionen Dollar im Borgata und etwa vier Millionen Dollar im Caesars gewonnen. Das sind Gewinne im Wert von insgesamt 15 Millionen Dollar beim Blackjack.

Wie hat er das geschafft? Kartenzählen ist die offensichtliche Antwort, allerdings wurde Johnson sehr sorgfältig unter die Lupe genommen, während er in den Casinos aktiv war. Das Urteil der Verantwortlichen war, dass er keine unfairen Techniken angewendet hat. Allerdings gibt es noch einen weiteren Aspekt. Johnson war ein High Roller im Casino, den die Betreiber gerne bei sich behalten wollen und der auf jeden Fall zum Weiterspielen gebracht werden soll.

Abgesehen von hohen Einsätzen ist Johnson auch dafür bekannt, ein außergewöhnlicher Blackjack-Spieler zu sein, der perfekt mit den Karten umgeht und erfahren genug ist, um alle richtigen Varianten zu kennen, unabhängig vom aktuellen Szenario. Darüber hinaus kennt er die Branche und weiß, wie man in Casinos spielen sollte.

In einer wirtschaftlich schwierigen Zeit ist das Casino immer im Nachteil. Das wusste Johnson, sodass er während der Rezession Ende 2010 in Atlantic City aktiv war. In diesem Zeitraum waren die Angebote und Rabatte in den Casinos so hoch wie selten zuvor, schließlich sollten möglichst viele High Roller in die Häuser gelockt werden, damit diese auch weiterhin im Geschäft bleiben konnten. Johnson hat diese Möglichkeit zu seinem Vorteil genutzt.

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Zu diesem Zeitpunkt wussten die Casinos in Atlantic City bereits, wer Johnson war. Er galt als High Roller, zudem waren seine Fähigkeiten bekannt, allerdings galt er nicht als gut genug, um vom Spielen ausgeschlossen zu werden. Als ihm das Borgata einen "Lifetime Discount" anbot, sagte er, dass das bisherige Angebot für ihn nicht gut genug seit, sodass die Verantwortlichen im Casino mit dem Verhandeln begannen, um ihn zum Spielen zu bringen. Nachdem er das Angebot schließlich akzeptierte, versuchten auch das Caesars und das Tropicana, ihn in die eigenen Casinos zu locken und boten ihm vergleichbare Bedingungen an. Dabei erhielt er einen Rabatt von 20 Prozent auf alle Verluste über 500.000 Dollar, zudem stimmten die Casinos zu, dass der Hausvorteil für seine Spiele ein wenig gesenkt wurde.

Johnson gab nicht bekannt, welche anderen Anpassungen die Casinos ihm eingeräumt hatten. Allerdings hätten bereits die genannten Punkte eigentlich nicht vorkommen sollten, da Casinos in der Regel Computer verwenden, um die genauen Chancen zu berechnen und so die Angebote zu strukturieren, die High Roller anlocken sollen, während das Haus zugleich einen gewissen Vorteil behält. Selbst Johnson geht davon aus, dass "jemand die Mathematik nicht genutzt hat", nachdem er den Angeboten zugestimmt hatte. Allerdings waren es wirtschaftlich schwierige Zeiten in den Casinos von Atlantic City.

Johnson selbst rechnete hingegen richtig. Neben dem Rabatt von 20 Prozent und den angepassten Regeln, denen das Casino zugestimmt hatte, wurde mit sechs Kartenspielen gespielt, die von Hand gemischt wurden. Das Aufteilen und Verdoppeln für bis zu vier Hände gleichzeitig sowie eine "Soft 17"-Regel, durch die der Dealer keine weiteren Karten nehmen darf und Asse als elf Punkte zählen, während der Spieler eine weitere Karte ziehen kann, wenn er sechs Punkte und ein Ass hält, waren Regeländerungen, durch die der Hausvorteil im Tropicana auf nur noch 0,25 Prozent reduziert wurde. Das führte in der Praxis dazu, dass er fast die gleichen Chancen wie das Casino hatte, zudem sorgte der Rabatt von 20 Prozent auf seine Verluste dafür, dass er von jedem Dollar nur 80 Cent riskierte. Zum Start musste er selbst eine Million Dollar auslegen, allerdings hatte er nie die Absicht, die Million zu verlieren. Bei einem Verlust von 500.000 Dollar würde er aufhören zu spielen, durch den Rabatt würde er dem Casino dann nur 400.000 Dollar schulden.

Bei einem Spiel mit gleichen Chancen haben der Spieler und das Casino das gleiche Risiko. Wenn der Spieler zu Beginn ein wenig Glück hat, wird er mit dem Spielen sicher nicht aufhören. Durch die hervorragenden Fähigkeiten von Johnson am Blackjack-Tisch und durch seine strategische Herangehensweise war er in der Lage, sehr schnell ein Guthaben zu erspielen. Anschließend war er in der Lage, höhere Risiken einzugehen, da er im Prinzip mit dem Geld des Hauses spielte, sodass sein Rabatt gegen das Haus eingesetzt werden konnte.

All diese Punkte galten für alle drei Casinos. Laut Johnson kündigte das Tropicana sein Angebot, nachdem er dort 5,8 Millionen Dollar gewonnen hatte. Im Borgate wurde er gestoppt, nachdem er fünf Millionen Dollar gewonnen hatte, im Caesars schaffte er es bis auf einen Gewinn von vier Millionen Dollar.

In den meisten Casinos in Atlantic City darf Johnson heute nicht mehr spielen. Allerdings hat das Tropicana ihn mittlerweile wieder eingeladen. Dort ist er allerdings heute als Gastgeber für ein Blackjack-Turnier tätig, die Tage der hohen Rabatte sind längst vorbei. Trotzdem behauptet Johnson, dass er selbst bei den ganz normalen Regeln, die er mit den Casinos vereinbart hat, weitere zwei Millionen Dollar gewonnen hat. Bei diesen Spielen galten keine Rabatte für seine Verluste mehr.

Johnson selbst betont, dass der Ruhm und das Geld sein Leben nicht besonders verändert haben. Er lebt noch immer im gleichen Haus und hat keine großen Anschaffungen vorgenommen. Allerdings war er in den vergangenen Jahren immer wieder mit Prominenten zu sehen, da viele Spieler nun gegen ihn antreten wollen. Er gilt als berühmtester Blackjack-Spieler der Welt, deshalb erhält er viele Einladungen zu Spielen und fliegt in Privatjets rund um den Globus.

Alles in allem ist er ein außergewöhnlicher Spieler und könnte sicher noch viel Geld gewinnen. Allerdings wissen Casinos heute, wer er ist, sodass die Casinos, in denen er gerne spielen würde, dafür sorgen, dass er deutlich schlechtere Chancen als zuvor hat. In manchen Fällen darf er gar nicht erst spielen, da die Casinos keine unnötigen Verluste erleiden wollen.


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