Die Situation des Glücksspiels auf dem europäischen Markt

Nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt ist der Glücksspielmarkt eine jener Branchen, die den größten Umsatz zu verzeichnen hat. Im Jahre 2010 machten die Umsätze der herkömmlichen Spielhallen noch 90% aus, aber die Glücksspielbranche im Web wächst stetig. Der Gesamtumsatz belief sich 2010 um 350 Milliarden Dollar. Wenn man sich Prognosen betrachtet, dann ist der Höhepunkt noch lange nicht erreicht.

Europa ist derzeit der größte Markt für das virtuelle Glücksspiel und es wird damit gerechnet, dass er auch in Zukunft weiter wachsen wird. Besonders im Jahre 2011 hat es interessante Entwicklungen gegeben, denn viele Staaten haben ihre Gesetze des Glücksspiels reformiert. Eigentlich wäre es am besten, eine einheitliche Regelung für alle europäischen Staaten zu schaffen und in den letzten Jahren hat es darüber viele Diskussionen in der Europäischen Kommission gegeben, aber leider ist es zu keiner Einigung gekommen. Am Ende hat dann jeder Staat seine eigenen Gesetze verabschiedet.

Den Anfang machte Großbritannien, als im Jahre 2005 der Gambling Act verabschiedet wurde und man die Gambling Commission gründete, der die Aufgabe übertragen wurde, das virtuelle Glücksspiel zu regulieren. Erlaubt sind alle Branchen von Online-Glücksspielen.

Der erste Staat auf dem europäischen Festland, der das Glücksspiel legalisierte und regulierte, war Italien. Im Jahre 2009 begann man mit Pokerturnieren, Geschicklichkeitsspielen, Sportwetten mit festen Quoten und Bingo, und zwar mit Erfolg. Aus diesem Grund entschloss man sich im Februar 2011 dazu, auch Poker-Spiele mit echtem Geldeinsatz sowie Online-Casino-Spiele einzuführen. Man rechnet damit, dass sich der Umsatz im Jahre 2012 verdoppeln wird. Allerdings muss der Betreiber über eine Lizenz von der Aufsichtsbehörde AAMS verfügen und man versucht, Anbieter aus anderen Kontinenten zu blockieren.

Casino Tropez

Im April 2010 regulierte auch die französische Regierung den Glücksspielmarkt. Betreiber müssen von der Aufsichtsbehörde lizenziert sein und erlaubt sind nur Sportwetten, Pferderennen und Poker. Das Spiel in Online-Casinos hat nach Meinung der französischen Regierung ein zu hohes Suchtpotenzial und ist daher nicht erlaubt. Allerdings ist man über die Besteuerung sehr enttäuscht, denn Steuern werden nach Umsatz und nicht nach Gewinn erhoben. Das hält viele Online-Glücksspiel-Betreiber vom französischen Markt fern.

Spanien hat im Januar 2012 seine neuen Glücksspielgesetze verabschiedet und bereits im Dezember 2011 wurden 58 Anträge für Lizenzen angenommen, wovon 32 spanische Unternehmen sind und die bereits eine starke Präsenz in der Gambling-Branche haben.

Auch in Deutschland ist der Glücksspielvertrag nach langen Verhandlungen seit Januar 2012 endlich gültig. Erlaubt sind in allen Bundesländern allerdings nur Sportwetten. Nur in Schleswig-Holstein entschied man sich für einen Alleingang und erlaubte auch Casino-Spiele.

Das Sorgenkind der Europäischen Union Griechenland benötigt dringend die zusätzlichen Einnahmen aus Online-Casinos, um die Bedingungen zu erfüllen, die an das Rettungspaket der EU geknüpft sind. Allerdings war man nicht willens, das staatliche Monopol, über das man mit der OPAP verfügt, aus den Händen zu geben. Auch Bedingungen, an die die Lizenzen privater Betreiber geknüpft werden sollten, wurden von der EU abgelehnt, denn Lizenzinhaber sollten dazu verpflichtet werden, Griechenland als Standort für ihre Server zu wählen und finanzielle Transaktionen sollten nur über griechische Banken ablaufen.