Spielsucht - Eine große Gefahr und ihre Folgen

Keine Macht der Spielsucht

Jan P. aus Hamburg (39) ist Speditionskaufmann in einem internationalen Transportunternehmen, Ehemann und stolzer Vater zweier Töchter - und Jan ist spielsüchtig. Und das schon lange; angefangen hat alles, als er zum ersten Mal in einer Spielhalle an Spielautomaten sein Glück versuchte.

Es war wie ein Rausch, kleine Einsätze, große Gewinne, die unglaubliche, atemlose Spannung, ob es wieder klappen würde. Und dann schaffte er sich seinen ersten PC an und entdeckte die faszinierende Welt der online Glücksspiele. Ganz bequem von daheim aus zocken, was gibt es Schöneres?

Schnell wurde Roulette im online Casino zu seinem Favoriten. Immer höher wurden die Einsätze, mit dem Gewinnen klappte es allerdings immer weniger. Er verdient nicht schlecht, aber für mehrere Tausend Euro Spieleinsatz im Monat reicht sein Gehalt nicht. Doch er kann nicht aufhören, auch wenn er nicht spielt, kreisen seine Gedanke fast nur um das online Casino.

Jan pumpt Freunde und Verwandte an, natürlich ohne den wahren Grund für seine Geldnot zu nennen. Zurückzahlen kann er das geliehene Geld nie - die Gewinne im Glücksspiel, die seiner Meinung nach todsicher irgendwann kommen müssen, lassen auf sich warten. Seine Ehe leidet unter den ständigen Geldnöten und auch unter Jans permanenter Beschäftigung mit online Glücksspielen. Oft sitzt er bis tief in der Nacht vor dem PC, so dass er am nächsten Tag bei der Arbeit müde und unkonzentriert ist. Dann drohte ihm seine Ehefrau, mit den beiden Töchtern auszuziehen und sich scheiden zu lassen, wenn er nicht endlich etwas gegen seine Spielsucht unternimmt.

Das ist der Schock, der ihn wachrüttelt: Wenn er so weiter macht, wird er alles verlieren, seine Familie, seine Arbeit, seine Wohnung - alles. Jan beschließt, eine Therapie anzufangen und gleichzeitig regelmäßig eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Seine Frau hat ihm ein Ultimatum von einem halben Jahr gesetzt: Wenn sich bis dahin nichts Grundlegendes geändert hat, will sie die endgültige Trennung. Nach den ersten Therapiestunden und Gruppensitzungen der anonymen Spieler weiß Jan nicht sicher, ob er es schaffen wird, aber er hat den festen Willen, die Spielsucht zu besiegen. Er weiß, dass es seine letzte Chance ist, ein normales Leben mit seiner Familie zu führen.

Jan ist kein Einzelfall, allein in Deutschland gelten ungefähr 100.000 Menschen als spielsüchtig und die Dunkelziffer ist hoch! Die Betroffenen können das Verlangen nach Glücksspielen nicht unterdrücken oder steuern. Meist beginnt es harmlos mit einem Besuch im Casino oder in der Spielhalle oder auch gelegentlichem Spielen im Internet.

Der Nervenkitzel und die Aussicht, mit geringem Einsatz ein Vermögen gewinnen zu können, fesseln spielsüchtige Menschen immer mehr. Sie erleben einen einmaligen Kick, wenn sie um Geld spielen: Hochkonzentriert vergessen sie alles um sich, nur der Augenblick zählt, in dem die Kugel beim Roulette fällt oder bei Spielautomaten die Walzen angehalten werden.

Um diesen rauschartigen Zustand möglichst oft zu erreichen, muss wieder und wieder gespielt werden - oft unter Erhöhung des Einsatzes. Woher das Geld dafür stammt, ist in diesen Momenten egal: Es werden Konten bis zum Limit überzogen, Kredite bei Banken aufgenommen, ohne zu wissen, wie man sie jemals tilgen kann, Verwandte und Freunde müssen mit Darlehen aushelfen, die ebenfalls nie zurückgezahlt werden. Der Schuldenberg wächst unaufhaltsam, die Betroffenen reagieren darauf meist mit Verdrängen, solange es irgendwie geht.

Gleichzeitig verlieren alle anderen Aspekte ihres Lebens wie Familie, Freunde, die Arbeit oder Hobbys komplett an Bedeutung. Unaufhörlich beherrscht das Thema Glücksspiel ihre Gedanken: Wie kann man es schaffen, das System auszutricksen, um den ganz großen Treffer zu landen? Aberwitzige Strategien werden ersonnen und ausprobiert - auch weil der Druck, nun endlich große Gewinne zu erzielen, mit der Ansammlung immer höherer Verluste kontinuierlich steigt.

Spieler ziehen sich von ihrer Umwelt zurück und werden für ihre Mitmenschen immer schwerer erreichbar. Die Sucht wird verheimlicht, so dass Familienangehörige, Freunde und Kollegen sich oft nicht erklären können, warum sich das Verhalten des Betroffenen so sehr verändert hat. Partnerschaften und Ehen zerbrechen, der Arbeitsplatz wird verloren, dann kann die Miete nicht mehr aufgebracht werden und die Wohnung ist Gefahr - sehr schnell kann Spielsucht zu einer Abwärtsspirale führen, an deren Ende der Süchtige im wahrsten Sinne des Wortes allein auf der Straße steht. Es kommt immer wieder vor, dass Spieler in dieser scheinbaren ausweglosen Situation Selbstmord begehen.

Doch soweit muss es nicht kommen! Spielsucht ist eine Krankheit, die geheilt werden kann. Entscheidend ist, möglichst früh Hilfe zu suchen - bevor die Familie auseinander bricht oder die ganz große finanzielle Katastrophe eingetreten ist.

Es gibt in jeder Stadt Anlaufstellen für Spielsüchtige, egal ob staatliche, private oder kirchliche Träger, alle beraten Betroffene ausführlich und suchen gemeinsam mit ihnen nach einem Weg aus der Abhängigkeit. Selbsthilfegruppe geben das Gefühl, nicht alleine mit seinen Problemen zu sein: Jeder kann ohne Scham und Angst seine Leidensgeschichte erzählen, alle haben hier Ähnliches erlebt und unterstützen sich gegenseitig. Schweren Fällen kann in spezialisierten Suchtkliniken geholfen werden, für andere ist eine ambulante Therapie das Richtige.

Wie Jan haben schon viele Spieler die Sucht besiegt und den Absprung geschafft - die Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Glücksspiel ist den Versuch allemal wert!



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