Online Poker – Regeln, Wetten und Quoten

Lesen Sie hier, was Sie wissen müssen!

Nicht nur in Film und Fernsehen ist Poker ein überaus beliebtes Thema. Auch in der populären Kultur unserer Zeit hat sich das Spiel fest etabliert und seinen Einzug in viele deutsche Wohnzimmer gehalten. Man kann live Poker Spiele auf dem Bildschirm verfolgen, Poker-Turniere im Casino spielen und nicht wenige Haushalte haben einen Pokerkoffer in ihrem Besitz. Doch wie genau spielt man das Spiel eigentlich?

Wir haben uns einmal drangemacht, die wichtigsten Informationen zum Pokerspiel für Sie zusammenzutragen. Fokus liegt hierbei auf den Grundregeln, den möglichen Wetten und den Gewinnquoten, die dem Spiel zugrunde liegen. Unser Ziel ist, Ihnen ein solides Grundverständnis über dieses Kartenspiel zu vermitteln. So können Sie beim nächsten Poker Abend Ihren Freunden das Geld aus der Tasche ziehen…

Zu den Regeln beim Poker

Poker ist und bleibt ein Glücksspiel. Sie haben keinen Einfluss darauf, welche Karten Sie auf die Hand bekommen, sondern nur darauf, was sie mit ihnen anstellen. Das bedeutet, der Kern des Spiels ist eher Strategie, Statistik und Psychologie als pures Kartenspiel. Damit Sie im Spielverlauf die richtigen Entscheidungen treffen können, ist es wichtig, dass Sie den Wert aller Karten und Kombinationen gut kennen. Denn aus diesen lassen sich Wahrscheinlichkeiten ableiten, die Sie dazu benutzen können, um Ihre Wetten zu taktisch klug platzieren. Bevor Sie sich also an den Pokertisch setzen, sollten Sie mit den Regeln, Wahrscheinlichkeiten und auch mit verschiedenen Strategien vertraut sein. Wenn Sie nämlich ausschließlich auf Ihr Glück und Ihr Bauchgefühl vertrauen, sind die Chancen hoch, dass Sie Ihren Pokereinsatz bald los sind.

Ziel des Spiels

In seiner Grundform ist Poker ein Vergleichsspiel. Das bedeutet, dass der Spieler gewinnt, der die beste Hand erzielt. Diese Hand ist in verschiedenen Varianten unterschiedlich zusammengesetzt. Sie sie meist eine Mischung aus verdeckten Karten, die jeder Spieler auf der Hand hat, und mehreren offenen Karten, die in der Mitte des Tisches liegen und zu den Händen aller Spieler zählen. Aus diesen verfügbaren Karten muss jeder Spieler die bestmögliche Kombination bilden. Das eigentliche Ziel des Spiels ist aber nicht immer nur, das beste Blatt zu haben. Sobald alle anderen Spieler am Tisch frühzeitig aussteigen, gewinnen Sie die Runde automatisch. Es besteht also durchaus die Möglichkeit, die anderen Spieler durch eine geschickte Wettstrategie zu für sie nachteiligen Entscheidungen zu bringen. Das nennt man Bluffen. Der schlussendliche Gewinner ist nicht der Spieler, der die meisten Runden gewonnen hat, weil er die besten Hände hatte, sondern der, der am Ende des Abends das meiste Geld mit nach Hause nimmt, weil er gut gespielt und ggf. gut geflufft hat..

Rangfolge der Pokerhände

Insgesamt gibt es 10 Hände, die beim Poker relevant sind. Wir haben diese hier, beginnend mit der höchsten Hand in absteigender Reihenfolge aufgelistet:

  • Royal Flush: Ass, König, Dame, Bube, 10 von derselben Farbe
  • Straight Flush: 5 Karten in Reihenfolge von derselben Farbe
  • Four of a Kind: 4 Karten vom selben Rang
  • Full House: 3 Karten und zwei Karten vom jeweils selben Rang
  • Flush: alle Karten haben dieselbe Farbe
  • Straight: alle Karten sind aufeinanderfolgend, haben aber nicht dieselbe Farbe
  • Three of a kind: 3 Karten vom selben Rang
  • 2 Paare: zweimal 2 Karten vom selben Rang
  • Paar: 2 Karten, die denselben Rang haben
  • Höchste Karte: Falls keine andere Kombination möglich ist, zählt Ihre höchste Karte

Flop, Turn und River

Für die meisten Pokerspiele sind die Begriffe Flop, Turn und River essenziell. Spiele, die mit Karten funktionieren, die von allen Spielern genutzt werden (Community Cards), starten i.d.R. mit einer Wettrunde, bevor diese Karten ausgeteilt werden. Nachdem alle Wetten gemacht sind, teilt der Dealer die erste Runde an Community Cards aus, das nennt man Flop. Danach folgt eine weitere Wettrunde. Anschließend wird eine weitere Community Card aufgedeckt, gefolgt von einer weiteren Chance, Wetten zu platzieren. Diese Runde nennt man Turn. Schließlich kommt noch eine letzte gemeinsame Karte auf den Tisch, bevor das letzte Mal Wetten platziert werden. Dieser Punkt im Spiel ist generell als River bekannt. Wenn zu diesem Zeitpunkt noch Spieler im Spiel sind, kommt es zum Showdown – also zum Zeigen der Karten – und damit zum Abschluss der Runde.

Der Dealer-Button

Dieses Plastikobjekt ist ein wichtiger Bestandteil der internationalen Pokerkultur. Diese flache Scheibe gibt an, wer in der jeweiligen Runde der Dealer ist. Die Rolle wechselt üblicherweise im Uhrzeigersinn, wenn es keinen festen Dealer gibt. Zusätzlich zum Dealer-Button gibt es vor allem in Casinos häufig noch eine ganze Menge weiterer Buttons. Sie geben Hinweise auf den Status oder die Situation der Spieler, zum Beispiel All In, Missed Blind oder Kill/No Kill.

Große und kleine Blinds

Bei Blinds handelt es sich um verpflichtende Einsätze, die die Spieler links vom Dealer Button tätigen müssen. Der Spieler gleich neben dem Dealer ist der Small Blind, der Spieler neben diesem der Big Blind. Der Betrag des Big Blinds ist üblicherweise die minimale Wette am Tisch, während der Small Blind die Hälfte davon ist. Der Spieler neben dem Big Blind darf als erstes während der Wettrunde handeln und entscheiden, was er tun möchte. Falls ein Spieler den Big Blind called, kann der Big Blind nochmals den Einsatz erhöhen. Nachdem alle Runden von Flop bis River beendet sind, darf der Small Blind als erstes aktiv werden. Besonders Spiele mit Tischkarten werden ohne Ante (eine erforderliche Mindestwette für jeden Spieler) gespielt. Die Blinds zwingen die Spieler also zum Einsatz. Das soll verhindern, dass Spieler einfach aufgeben, ohne zu setzen, weil sie einfach auf eine gute Hand warten.

No Limit, Pot Limit und Limit

Wer Poker mit Echtgeldeinsätzen spielen möchte, sollte sich mit den Wettstrukturen auskennen. Beim No Limit Poker gibt es, wie der Name schon sagt, kein Limit. Sie können also prinzipiell in jeder Runde so viel setzen, wie Sie wollen. Der Nachteil hierbei ist, dass Spieler, die über ein hohes Budget verfügen, einfach so hoch wetten können, dass die anderen Spieler nicht mitziehen können. Daher gibt es oft verschiedene Beschränkungen, sogenannte Limits. Ein Fixed Limit ist ein fester Betrag, zum Beispiel 5 Euro pro Runde. Ein Spread Limit ermöglicht es den Spielern, den Einsatz aus einem Von-Bis-Bereich auszuwählen, zum Beispiel können von 1 bis 5 Euro gesetzt werden. Beim Pot Limit schließlich darf kein Spieler um einen Betrag erhöhen, der den gesamten Inhalt des Pots übersteigen würde. Auf diese Weise können auch Spieler mit kleinerem Geldbeutel eine faire Chance bekommen.

Welche Wetten können Sie beim Poker abschließen?

Poker ist ein Glücksspiel, bei dem es um echtes Geld geht. Da es Ihr Geld ist, sollten Sie sich gut mit den verschiedenen Wettmöglichkeiten und den damit einhergehenden Risiken vertraut machen. Seien Sie außerdem darauf vorbereitet, dass Sie nicht jedes Spiel gewinnen werden. Beim Poker ist es manchmal entscheidender, aus einem Sieg das Beste herauszuholen. Selbst wenn Sie mehrere Hände nicht spielen (was die Regel ist), kann ein einziger wohl platzierter Sieg profitabel genug für den ganzen Abend sein. Daher ist es wichtig, dass Sie sich eine Strategien zurechtlegen. Das erfordert zwar etwas Lern- und Übungsbereitschaft, wird sich für Sie aber auf lange Sicht auszahlen.

Poker Wetten und Optionen

In einer typischen Pokerrunde hat der Spieler insgesamt vier Möglichkeiten zu handeln: Call, Raise, Fold und All in. Auf den ersten Blick klingt das nach nicht viel, aber es wird Sie überraschen, welche strategischen Möglichkeiten Ihnen mit diesen Optionen offenstehen. Hier ist wieder zu merken, dass es beim Poker nicht in erster Linie um die eigentlichen Karten geht. Wichtiger und oft zielführender kann ein Verständnis für den Spielverlauf und menschliches Verhalten sein. Auch mathematische Kenntnisse können eine gute Unterstützung sein. Im Folgenden erläutern wir die verschiedenen Aktionen im Detail.

Call

So nennt man die Aktion, dass Sie mit dem vorgegebenen Wetteinsatz mitgehen und dasselbe wetten. Dabei kann es sich um einen Ersteinsatz oder bereits um eine Erhöhung des Einsatzes, einen Raise handeln. Sie gehen mit und sind somit in der Runde mit dabei. Für defensive Spieler ist der Call oftmals die richtige Option. Ihr Budget zu kontrollieren gelingt so gut, um unnötige Risiken zu vermeiden. Mit einem geschickt getätigten Call kann man den anderen Spielern auch in falsche Sicherheit vorgaukeln, da sie glauben, Sie seien eher vorsichtig oder haben kein Vertrauen in das eigene Blatt.

Raise

Raise bedeutet, dass Sie den Einsatz in dieser Wettrunde erhöhen. Diese Aktion kann einmal oder mehrfach ducrhgeführt werden. Die Höhe des Raise, also wieviel der erhöhte Einsatz (mindestens) betragen muss, ist meist durch die Regeln am Tisch festgelegt. Mit einem Raise treten Sie selbstbewusst auf, was die anderen Spieler einschüchtern kann. Auf diese Weise ist es möglich, ohne eine gute Hand das Spiel zu gewinnen, sofern die Mitspielenden vor Ihren aggressiven Raises zurückschrecken. Sie sollten aber nicht nur auf gut Glück erhöhen. Hinter Ihren Aktionen beim Poker sollte immer eine Strategie stehen, denn Sie möchten auch als glaubwürdiger Spieler auftreten, der weiß, was er tut!

Fold

Bei dieser Aktion entscheiden Sie sich für diese Runde auszusteigen. Falls getätigt, verlieren Sie Ihren bisherigen Einsatz. Wenn möglich, sollten Sie dies ganz am Anfang tun, um eventuelle Verluste zu vermeiden. Je später Sie aussteigen, desto mehr verlieren Sie. Aber es gibt Spielverläufe, in denen ein späterer Fold durchaus seine Berechtigung hat! Bedenken Sie hierbei, dass bei einem Fold die Karten nicht aufgedeckt werden und Sie das tatsächliche Blatt auf der Hand Ihres Gegenspielers nicht sehen. Das könnte Sie unter Umständen noch eine Weile beschäftigen. Halten Sie aber trotzdem ein Auge auf Ihr Budget. Manchmal ist es besser, einen Verlust hinzunehmen, wenn man dafür die Runde übersteht und weiterspielen kann oder weil eine Strategie es fordert.

All in

Hierbei handelt es sich um die aggressivste Wettmethode. Sie setzen Ihre gesamten Chips, also alles, was Sie an Spielguthaben besitzen, auf Ihr gegenwärtiges Blatt. Das ist ein sehr starker Schritt, Sie sollten sich also sicher sein, dass Sie eine gute Chance auf das beste Blatt haben. Wenn einer Ihrer Mitspieler All in geht, müssen Sie mit dem Betrag nicht komplett gleichziehen. Das Setzen Ihres gesamten Budgets zählt als All in. Sollte es nicht ausreichen, um das All In Ihres Mitspielers abzudecken, wird am Ende der Pott unter den Gewinnern so aufgeteil, dass jeder Sieger (es kann ja auch mehrere Gewinner geben, die z.B. ein gleichwertiges Blatt haben) den Anteil bekommt, den er gesetzt hat.

Quoten und Auszahlungen beim Poker

Beim Poker haben die verschiedenen Hände unterschiedliche Gewinnchancen, es gibt also verschiedene Quoten für unterschiedliche Hände. Hier finden Sie Beispiele von Gewinnchancen für Hände, die häufig vorkommen, in prozentualen Quoten dargestellt. Wir zeigen, wie viele Varianten es gibt, eine solche Hand zu vervollständigen, und die Chance darauf, eine solche Hand bei der River-Runde zu erzielen:

HandQuote
Offener Straight und Flush Draw15, 54 %
Inside Straight und Flush Draw12, 45 %
Flush Draw9, 35 %
Straight Draw mit offenem Ende8, 32 %
Zwei Paare zu Full House4, 16 %
Inside Straight Draw4, 16 %
1 x Overcard gegen Top Pair3, 12 %
Pocket Pair zu Set2, 8 %

Zudem gibt es Quoten für den Jackpot beim Poker. Diese besagen, wie Ihre Auszahlung aussieht, wenn Sie Ihre Wette im Verhältnis zum Jackpot sehen:

JackpotQuote
halber Jackpot:3 : 1
zwei drittel Jackpot5 : 2
drei viertel Jackpot7 : 3
Einsatz in Höhe des Jackpots8 : 4 oder 2 : 1
doppelter Jackpot12 : 8 oder 3 : 2

Für Spieler, die es bevorzugen, online gegen den Computer zu spielen, ist es gut zu wissen, dass diese Casino-Spiele gegen die Bank einen Hausvorteil mit einrechnen. Das ist ein statistischer Vorteil für die Bank, damit das Casino langfristig einen Profit machen kann. Einen Teil des Geldes behält das Haus also automatisch ein.

Unterschiedliche Varianten bei den Regeln

Es gibt viele verschiedene Varianten des Pokerspiels. Es wird generell zwischen vier Gruppen unterschieden: Straight, Stud Poker, Draw Poker und Community Poker. Die letztgenannte Kategorie ist die beliebteste. Zu ihren bekanntesten Vertretern gehören Texas Hold’em und Omaha Hold’em.

Texas Hold’em ist der Ursprung von Omaha Hold’em, es gibt aber einige Unterschiede bei den Details der Regeln. Die Ohama Variante wird mit vier statt zwei Karten in der Hand gespielt. Das Blatt baut sich aus zwei Karten aus den verdeckten und drei aus den Gemeinschaftskarten auf. Da mit mehr Karten gespielt wird als beim Texas Hold’em, gibt es mehr Varianten im Spiel.

House Edge kurz erklärt

Als Hausvorteil oder House Edge bezeichnet man den Bankvorteil bei Glücksspielen, also den eingerechneten Verlust des Spielers im Bezug auf den gemachten Einsatz.

So verläuft eine typische Runde Poker

Nach all den gegebenen Hintergrundinformationen fragen Sie sich vielleicht, wie denn eine Partie Poker eigentlich aussieht. Deshalb erklären wir den Ablauf einer ganz klassischen Runde Poker beispielhaft für Sie. Erneut nehmen wir hier Texas Hold’em als Grundlage, da das die beliebteste Version ist.

  1. Blinds: Die erforderlichen Wetten werden gesetzt
  2. Deal: Jeder Spieler erhält zwei verdeckte Karten. Der Small Blind bekommt die erste Karte
  3. Pre-Flop: Der Spieler links des Big Blind eröffnet die erste Wettrunde
  4. Flop: Der Dealer teilt drei gemeinsame Karten offen aus
  5. Zweite Wettrunde: Von jetzt an beginnen alle Wettrunden mit dem Spieler links vom Dealer
  6. Turn: Der Dealer dealt noch eine weitere offene Gemeinschaftskarte
  7. Dritte Wettrunde: Alle an der Runde beteiligten Spieler haben erneut die Möglichkeit, die Einsätze zu erhöhen.
  8. River: Die letzte Gemeinschaftskarte wird vom Dealer offen ausgegeben
  9. Vierte Wettrunde: Ein letztes Mal kann der Pot weiter gefüllt werden
  10. Showdown: Wenn zu diesem Zeitpunkt noch wenigstens zwei Spieler dabei sind, zeigen sie jetzt ihre Karten offen und der Gewinner wird bekannt gegeben.

Wir hoffen, dass Sie nun eine etwas bessere Vorstellung davon haben, wie ein Spiel am Pokertisch in der Regel abläuft. Auf jeden Fall sollten Sie sich bevor Sie mit dem Pokern beginnen, gut mit der Materie vertraut machen, damit Sie im Spielverlauf sinnvolle Entscheidungen treffen können. Außerdem ist es unerlässlich – mehr als empfehlenswert – , dass Sie sich nach den Hausregeln erkundigen. Das tun Sie entweder beim Veranstalter oder beim Betreiber des Casinos. Wollen Sie mehr über mögliche Strategien beim Poker erfahren? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere Strategie-Seite.

Häufig gestellte Fragen

Eine garantierte Strategie zum Sieg gibt es bei Poker nicht, da es sich nach wie vor um ein Glücksspiel handelt. Sie können allerdings das eigene Spiel so gestalten, dass Sie höhere Chancen auf einen Gewinn haben. Dabei geht es nicht allein um die Kartenwerte, sondern eher um Strategie und Psychologie.
Die verschiedensten Hände haben verschiedene Gewinnmöglichkeiten, also verschiedene Quoten. Die Quoten sind abhängig von ihrer Position im Spiel und auch dem Zeitpunkt im Spielverlauf. Beispielsweise sind die Quoten für ein Three of a Kind zu Beginn nur mittelmäßig, steigen aber durch den Spielverlauf bis zum River an. Im Zweifelsfall können Sie einen Rechner für Quoten beim Poker hinzuziehen.
Welche die beste Art von Poker ist, hängt grundsätzlich davon ab, was Ihnen gefällt. Die beliebtesten und meistverbreiteten Varianten sind Texas Hold'em und Omaha Hold'em.